Die Aufhebung

Wir alle versprechen uns selbst und anderen Menschen das Ein oder Andere. Daraus entstehen Pflichten. Teilweise werden diese Pflichten in Verträgen, feierlichen Gelübden o.ä. festgehalten. Das jüdische Gebet /Kol Nidre/ löst im Speziellen die gegenüber Gott abgegebenen oder noch abzugebenen Zusagen. Es heisst: „Unsere Gelübde seien keine Gelübde, unsere Schwüre keine Schwüre.“. Ich erwähne das am Beginn dieses Textes, weil es mir so bedeutsam erscheint. Die Aufhebung der Pflicht, die ich mir selbst freiwillig gegeben habe: sie ist ganz natürlich mein Recht. Und so sollen – hier auch im ganz weltlich-realistischen Sinn – alle Verträge, Pflichten, Abmachungen oder sonstwie entstandenen Verpflichtungen, denen ich unterliege, von jetzt bis zum Beginn des neuen Jahrs aufgehoben sein. Ich werde diejenigen Pflichten, die mir weiterhin bedeutsam erscheinen erneuern. Die aber, die obsolet geweorden sind, seien mit dem Ablauf des heutigen Tags nichtig.

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