Glossar

Aus Friedrich Fuhr
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GLOSSAR

Quelle: teilweise Heckhausen (2004) / benötigt Überarbeitung!

Absicht / Zielintention (goal) intention Die Absicht, einen bestimmten Endzustand zu erreichen, der abweichend vom jetzigen Zustand ist.

Bedürfnis need Innerhalb des Organismus wird ein spezifischer Mangel oder eine Störung empfunden. Dies führt zu einem unspezifischen Trieb in einer bestimmten Stärke und Verhaltensaktivierung zur Beseitigung des Mangels oder der Störung.

Bewusstseinslage mind-set Innerhalb der Handlungsphasen ein bestimmter kognitiver Zustand, der geeignet ist, diejenigen Aktivitäten zu erledigen, die anstehen.

Erwartungs-mal-Wert-Theorie expectancy-value theory Menschen müssen sich immer wieder entscheiden, welche Handlungsmöglichkeit (unter vielen Alternativen), die für sie günstigste ist. Es wird diejenige ausgewählt, deren Produkt aus dem Anreiz (Wert) und der Wahrscheinlichkeit, diesen Wert auch zu realisieren (Erwartung) am Höchsten ist.

Explizite Motive explicit motives Motive, die dem Menschen bekannt sind und über die er selbst Auskunft geben kann, zum Beispiel in einem Fragebogen.

Extrinsische Motivation extrinsic motivation Gegenteil von intrinsischer Motivation. Die extrinsisch motivierte Handlung geschieht, um eine ausserhalb der Person und der Handlung liegenden Wert zu erzielen.

Flow-Erleben flow experience Eine Handlung verläuft glatt, ohne darüber reflektieren zu müssen. Dabei geht der Mensch voll in der Tätigkeit auf. Obwohl dabei eine hohe Auslastung der vorhandenen Fähigkeiten wird kein Kontrollverlust erlebt.

Gewohnheit / Habit habit Die aus ursprünglich bewusst gesteuerten Handlungen entstandene automatisierte Handlungsablauf.

Handlung action Alle Aktivitäten oder Verhaltensweisen, die aufgrund einer Absicht / Zielintention durchgeführt werden.

Handlungsorientierung action orientation Bezeichnet individuelle Unterschiede in der Fähigkeit zur Affektregulation, um in einer Situation (irgendeine) Handlung durchführen zu können (Gegenpol: Lageorientierung).


Handlungsverlauf course of action Ausgehend von den Bedürfnissen über Motiv, Intention, präaktionale Vorbereitungsphase und Handeln samt Bewertung des Handelns wird damit im Rubikon-Modell bzw. Rubikon-Prozess eine zeitliche und horizontale Abfolge von Schritten bezeichnet.


Homöostase homeostasis Das Streben, eines Organismus einene Gleichgewichtszustandes herzustellen. Bei Abweichungen wird Energie bereitgestellt, um den Gleichgewichtszustand wieder herzustellen.

Implizite Motive implicit motives Motive, zu denen kein Zugang z.B. durch Selbstreflexion besteht.Die Messung erfolgt daher nicht direkt (z.B. mit Fragebögen), sondern durch indirekte Tests (z.B. dem Thematischen Apperzeptionstest – TAT)

Integiertes Überblicksmodell von Motivation und Handeln Integrated General Model of Motivation and Action

Das von Heckhausen entwickelte Modell aus zwei Bestandteilen: 1.) erweitertes Modells motivierten Handelns 2.) Handlungsphasenmodell

Intrinsische Motivation intrinsic motivation „Wird oft verstanden (a) als Motivation, bei der eine Tätigkeit um ihrer selbst willen ausgeführt wird; (b) als Motivation, deren Ursprung in der Person selbst liegt und auf Selbstbestimmung basiert oder auch (c) als Motivation, bei der Tätigkeit und angestrebtes Resultat gleichthematische Anreize haben. Daneben gibt es weitere Begriffsvarianten.“ (Heckhausen, 2004)

Lageorientierung state orientation Negative Erfahrungen können nicht derart ins Selbst integriert werden. Dadurch kann Lageorientierung eintreten, in der sich der Mensch vergewissert, in welcher Lage oder Situation er sich befindet, ohne dass Handlungsfähigkeit eintritt (Gegenpol: Handlungsorientierung).

Motiv motive "Intelligentes" Bedürfnis, in dem Sinne, dass es ein Bedürfnis mit autobiografischen (überwiegend vorbegrifflichen und vorsprachlichen) Erfahrungen verknüpft, welche die Sensibilität für Möglichkeiten zur Bedürfnisbefriedigung in einer Vielzahl von Situationen erhöht.

Motivation motivation Wird für motivationale Prozesse benutzt, welche das Setzen von Zielen betreffen. Hier geht es also darum, welche Ziele eine Person anstreben will.

Motivationale Kongruenz motivational congruence Grad der Übereinstimmung zwischen impliziten und expliziten Motiven innerhalb der gleichen Domäne (z.B. Leistung, Macht, Gesellung; s.a. auch Implizite bzw. Explizite Motive). Bei hoher Übereinstimmung (beide Motivarten sind innerhalb einer Domäne hoch ausgeprägt) ist mit hoher Effizienz im Handeln und mit dem Vorherrschen positiver Stimmungen und positiven Lebenseinstellungen assoziiert. Niedrige Übereinstimmung liegt vor, wenn innerhalb einer Domäne eines der beiden Motive hoch, das andere hingegen niedrig ausgeprägt ist. Die damit verbundenen motivationalen Konflikte sind mit Beeinträchtigungen des Wohlbefindens verknüpft. Sind beide Motivarten niedrig ausgeprägt, werden innerhalb der zugehörigen Domäne weder Zufriedenheit noch Unzufriedenheit erlebt.



Selbst self Bezeichnet ein Netzwerk, das aus vielen persönlichen Erfahrungen ein Gesamtbild eigener Bedürfnisse, Fähigkeiten, Werte und sozial verträglicher Umsetzungsformen entwickelt, das bei persönlichen Entscheidungen ermöglicht, die Handlungsoption zu wählen, die allen in dieses Gesamtbild integrierten Randbedingungen gleichzeitig berücksichtigt. Laut Kuhl (PSI) ist das Selbst der Teil des Etensionsgedächtnisses, der sich auf die eigene Person bezieht.

Selbstkontrolle self-control Fähigkeit, ein Ziel auch gegen konkurrierende (u. U. attraktivere) Handlungsoptionen ("Versuchungsquellen") und Distraktoren durchzusetzen (vergleichbar mit einer Art "inneren Diktatur").

Selbstregulation (emotional) self-regulation Fähigkeit, ein Ziel mit der Gesamtheit aller relevanten Lebenserfahrungen, Bedürfnisse (eigene und fremde), Fähigkeiten, Werte (eigene und fremde) und kontextangemessenen Handlungsmöglichkeiten abzustimmen (d. h. mit dem "Selbst") und alle zur Umsetzung des Ziels notwendigen emotionalen Ressourcen zu mobilisieren, wenn das Ziel .als "selbstkompatibel" beurteilt werden kann.

Selbststeuerung self-management / self-regulation Selbststeuerung ist ein Bündel von Fähigkeiten, die sämtliche mentalen Funktionen so koordinieren, dass das für eine Aufgabe optimale Zusammenspiel aller relevanten Prozesse ermöglicht wird.

Trieb drive In der Psychoanalyse und der Verhaltenstheorie (behavioristische Lerntheorie) ein inneren Antrieb, der Verhalten zur Befriedigung von Bedürfnissen antreibt. Bedürfnis führt (über innere Stimulation) zu Trieb. Trieb führt in linearer Funktion zu erhöhter Aktivität.

Volition volition Diejenige Form der Motivation, die sich auf das Zielstreben bezieht. Unter diesem werden alle motivationsregulatorischen Phänomene verstanden, die sich um das Erreichen vorhandener Ziele drehen. Somit steht hier die Frage im Vordergrund, wie die Umsetzung einer bereits gesetzten Zielintention reguliert wird.

Vorsatz/Durchführungsintention implementation intention Steht im Dienste einer Zielintention und ist ein Wenn-Dann-Plan der die Realisierung der Zielintention unterstützt. Es wird in dem Plan eine Situation/innerer Zustand definiert, bei deren/dessen Eintreten ein bestimmtes zielförderliches Verhalten gezeigt werden soll.

Wirksamkeitsstreben mastery striving Streben danach, die Aussenwelt durch eigenes Handeln wirksam zu beeinflussen.

Zielbindung goal commitment Zustand, der bewirkt, dass ein Ziel über einen längeren Zeitraum verfolgt wird und auch bei auftauchenden Hindernissen oder Misserfolgen beibehalten wird.


Zieldistanzierung goal disengagement Deaktivierung einer Zielintention durch Anstrengungsentzug und motivationale Distanzierung vom Ziel.

Zielengagement goal engagement Aktives Streben nach Zielerreichung durch behaviorale und volitionale Mittel.

Zielhierarchie goal hierarchy In der Regel existieren im psychischen System von Menschen viele Ziele, die jedoch nicht alle ihre aktuell ablaufenden Handlungen steuern und die häufig in einer hierarchischen Weise aufeinander bezogen sind. Auf die Spitze einer Zielhierarchie, die oft nur von einem Ziel oder einigen wenigen gebildet wird, sind die unterordneten Ziele ausgerichtet.

Zielimagination goal imagination Wahrnehmungsanaloge und gefühlsfokussierende mentale Simulation von Situationen, in denen ein erwogenes Ziel verfolgt und ggf. erreicht werden kann. - Verstärkt selektiv die Bindung an Ziele, deren zugehörige Handlungen und Ergebnisse mit den impliziten Motiven der Person übereinstimmen (s.a. Motivationale Kongruenz).

Zielkonflikte goal conflict Bei der Vielzahl der im psychischen System von Menschen existierenden Ziele muss man davon ausgehen, dass zur gleichen Zeit mehr als ein Ziel verhaltenswirksam wird. Das gleichzeitige Verfolgen unterschiedlicher Handlungsziele stellt jedoch hohe Anforderungen an die Handelnden, denen sie häufig nur unter Leistungseinbußen oder manchmal auch gar nicht gewachsen sind.

Zielkonzept concept of goals Ziele sind Vorwegnahmen von Handlungsfolgen, die mehr oder weniger bewusst zustande kommen. Sie beziehen sich auf zukünftige, angestrebte Handlungsergebnisse und beinhalten zugleich auch eine kognitive Repräsentation dieser Handlungsergebnisse.

Zielverfolgung / Zielerreichung goal striving / attainment Eine der wichtigsten Voraussetzungen für eine störungsarme Zielverfolgung ist eine selbstbestimmte Vorgehensweise. Sie ist immer dann zu beobachten, wenn sich die Handlungsziele im Einklang mit den eigenen Motiven und den persönlichen Zielen höherer Ordnung befinden.

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